Ich bin weit davon entfernt diese Frage selber abschließen zu können, aber ich nenne Ihnen die Eckpunkte, an denen ich mich abarbeite, wissend, dass der Marxismus keinen Hund mehr vor die Hütte locken wird, wenn er hier versagt. Ich hoffe, Sie lassen das durchgehen! Es muss mit der marxistischen Theorie gefragt werden, wie wir einen Typus, den wir für die Revolution favorisieren, zugleich überwinden. Ich sagte es schon an anderer Stelle, nämlich, dass für diesen Typus ja nicht die Revolution allein verantwortlich zu machen ist, sondern die Klassengesellschaft schlechthin.
und Sie werden einer Ambivalenz womöglich auf die Spur kommen, von der die ganze Problematik gezeichnet ist. Dieser Typus des Klassenkämpfers zeigt sich darin als historisch so unvermeidbar wie notwendig. Es war Stalins Gesicht. Dessen Hässlichkeit, nicht nur ob der Pockennarben, nein, wegen dessen sozialpsychologischen Prägungen, die sich darin spiegeln. Er war der Mann fürs Grobe. Eigentlich nicht zum Führer geeignet, denn viel besser zum Henker.
Doch aus der Erzählung der Dramatik, wie Stalin dann doch zum Nachfolger Lenins wurde, wird deutlich, wie scheinbar alternativlos nicht nur die russische bolschewistische Partei sich da zeigt, sondern die gesamte damalige kommunistische Weltbewegung. Stalin war der Mann der Epoche. Eines Maxims Gorkis Ambivalenz diesbezüglich, sei nur stellvertretend genannt. Doch an Maxim Gorki denkend, fällt mir ein, was er von Lenin zu berichten hat. Eine Epoche, der bis dahin nicht gekannten Barbarei im Klassenkampf, tut sich da auf.
Der Faschismus ward geboren und mit ihm ein Kommunismus neu gegossen, der ihm nicht von ungefähr sehr ähneln musste. Und jetzt komme ich zu einer anderen Gestalt, beschrieben in Jack Londons Seewolf. Hier beschreibt Jack London mit dem Gegensatzpaar Wolf Larsen und Humphrey van Weyden auf äußerst dramatische Weise einen Menschentypus, wie er philosophisch betrachtet, der Geschichte vorweg zu greifen scheint. Der imperialistische Pragmatismus, wie er 50 Jahre später am amerikanischen Typus des Kapitalismus beschrieben wird, von Marxisten, tritt hier in Erscheinung.
Doch eigentlich schon Geschichte ist. sondern um die Ambivalenz, die der Schriftsteller in den Leser hinein projiziert. Unvergesslich, wie Rainer Harmsdorff, in der deutschen Filmfassung, die rohe Kartoffel zerdrückt. Wer hätte da nicht den Helden gesehen, den Titan. Diese Masse Fleisch, die wie Stahl daher kommt. Und wollte nicht auch Hitler den Übermenschen hart wie Kruppstahl gemacht haben wollen?
Und wie wenig überzeugend war größtenteils der Reedersohn van Weyden, in seinen Versuchen, diesem Tier etwas Menschliches beizubringen, ihm die Kultur der Bourgeoisie anzudienen, zu der er doch jetzt als Kapital gehörte. Am Schluss muss er ihn töten. Wer hat hier eigentlich gesiegt, fragt man sich. Aber das werde ich jetzt nicht weiter kommentieren. Es ist nicht die kapitalistische Klassengesellschaft allein, die diesen Typus zu vertreten hat, aber sie tritt das Erbe all der anderen Klassengesellschaften an. Sie sucht diese Gesellschaften ja nicht zu überwinden, sondern auszubeuten.
Sie beutet nicht nur den Lohnarbeiter aus, sondern einen Menschentypus, wie er in den letzten 5000, wenn nicht gar 10000 Jahren, geschaffen wurde. Eigentlich hatte ich doch 6000 Zeichen frei. Darin sehe ich eben nicht nur den pathologischen Sonderfall, sondern den Borderliner als gesellschaftliche Struktur im Menschen. Aber ich verspreche Ihnen, dass das nicht das Ende meiner Beschäftigung damit sein wird. in umlauf gesetzt werden. und, das sei nicht verschwiegen, er relativiert das sogar selbst ein bisschen, aber eben dann doch folgenlos.
erklärt und zwangsanalogisiert, wenn die digitale Revolution ihre Kinder frißt. Bezug auf Topoi, die ich in meinem Beitrag angerissen habe. konnten uns im weiteren Verlauf der Diskussion schon ziemlich mühelos verständigen und sind im Grunde auch gar nicht weit so auseinander. auch auf die Gefahr hin, damit den Fleischhauers, Broders und Konsorten Wasser auf die Mühlen zu geben.
Wenn das Gegenüber aber nicht ganz vernagelt ist, und Martin Lindner würde ich dieses Etikett nun wirklich nicht anheften, kommt man auch wieder raus aus so einer Nummer. Diplomatieregel in der Kritik? Es geht also um so eine Art Diplomatieregel in der Kritik. Ich denke, dass man in der Formulierung darauf achten kann, ob da jemand einem näher oder weiter entfernt steht, bzw. ob man Wert darauf legt, mit dem in Zukunft überhaupt noch zu reden. Doch sollte mich das nicht daran hindern, meine Ansichten ungeschminkt zu formulieren.
Und das gilt ganz besonders dort, wo man glaubt, sich nahe zu stehen. Ich halte es mit der Leninschen Regel, die da lautet: bevor man sich vereint, sollte man sich entschieden voneinander abgrenzen. habe überhaupt keine Berührungsängste im Umgang mit Konservativen, selbst dann nicht, wenn ich da einem Linksliberalen auf die Füße trete.
Ja, ich scheue nicht einmal die Marxkritik, sollte der Konservative Recht haben. Auch auf die Gefahr hin, dass das jetzt von den Konservativen ausgeschlachtet wird. was ich von Konservativen immer wieder um die Ohren gehauen bekommen habe. Mag sein, dass damals Antisemitismus noch nicht so deutlich kritisiert wurde, in intellektuellen Kreisen, doch wo man den Goethe wegen Antisemitismus angreift, und zwar zu Recht, wie ich meine, kann man vor Marx nicht Halt machen. Auch und gerade wenn man bedenken möchte, dass Marx von einer zum Katholizismus hin konvertierten jüdischen Familie abstammt. Dass Bruno Bauer später zum Renegaten wurde, überrascht mich nicht, doch dass Marx bzgl.
dieser Entgleisung, die er damals mit Bruno Bauer teilte, keine Selbstkritik leistete, schon. Auch große Köpfe machen Fehler und nicht selten dann sogar ganz große. In welchen Schubladen ich wohl schon verschwunden bin.
bisher war das Netz keine grosse Förderung der Debattenkultur, von Wissen, Kenntnis und Bildung vieler Ermächtigter schweigt des Sängers Höflichkeit sowieso. in ihrem ureigenen Kontext. Inwieweit sie für meine Blogunterhaltungen taugt, die ja nicht primär auf den Endsieg der Arbeiterklasse zielen, steht auf einem anderen Blatt. Mit der Methode Sokrates erwischt. auf ein paar faz blogs, beim Don und im blog von Jörg Lau bei der ZEIT. Ermächtigung nutzt eben nur dann etwas, wenn der Ermächtigte auch ermächtigungsfähig ist.
Es gibt einen Grund für das bisherige Überleben professionellen Journalismus. Da schreibt Marco einen ansprechenden Text und sofort wird hier die Systemfrage erörtert, beim munteren Stelldichein der Vordenker. Ich habe zu danken!
Ohne die muntere Kommentatorenriege machte es hier nicht halb so viel Spaß. Salon zu Ohren gebracht. Das zwanglosere thematische und teils offtopische Mäandern der Diskussion dort hat auch seinen Reiz, ich würde das eine nicht über das andere erheben wollen, es sind unterschiedliche Bedürfnisse, die drüben und hier befriedigt werden. Aber so ein bisschen froh bin ich im Vergleich dann doch, dass ich hier nicht ganz so viel scrollen muss. So ist das nun mal in der Demokratie. Da zählt nur die Quantität.
und schon haben die Herrschaft der Blöden. Es gibt ein paar Oasen, ThorHa hat einige davon ja angeführt. Aber im Grunde geht es ausschliesslich darum möglichst viele zu finden, die der eigenen Meinung sind. Dummköpfe wollen sich bestätigt fühlen können, das war immer so. Nachdenken, gar abweichend, war nie populär und wird es auch nie sein.
steht ja oben im Beitrag. Ansonsten ist mir so Pauschalgedisse von twitter und facebook auch immer bisschen zu unterkomplex. kann man sich kuschelige Nischen einrichten. Solche Plattformen sind ja nicht das Ding an sich, sondern auch immer das, was man selber damit veranstaltet. und habe im großen und ganzen doch meinen Spaß dabei.
wird sicher ein Straßenfeger. Jährige sich über das Internet beobachten. Früher mussten sie halt noch Indianer und Cowboy spielen und sich die Kulissen dazudenken. Der Intensität des Erlebens tat das sicher keinen Abbruch. wir sollten das Projekt nicht vorschnell aburteilen.
Womöglich erwarten uns da ganz außerordentliche Dinge. Avatare zusammenbasteln kann und die dann durch virtuelle Welten steuert. im Heideggerschen Sinne, denn man nimmt es nicht in die Hand. Das Handy wäre noch ein Werkzeug. Das Google Glass rückt uns so sehr auf den Leib, dass es als Teil des Körpers wahrgenommen wird. Stell nenne, ein oft verlachter und vielleicht ungeschickter Ausdruck.
Stells besagt: Der Mensch ist gestellt, beansprucht und herausgefordert von einer Macht, die im Wesen der Technik offenbar wird und die er selbst nicht beherrscht. Zu dieser Einsicht zu verhelfen: mehr verlangt das Denken nicht. Die Philosophie ist am Ende. Vielleicht darf der Satz gewagt werden: Dem Geheimnis der planetarischen Übermacht des ungedachten Wesens der Technik entspricht die Vorläufigkeit und Unscheinbarkeit des Denkens, das versucht, diesem Ungedachten nachzudenken. Gut, dass wir verglichen haben!
nochmal revidieren: Um Virtualität in engeren Sinne scheint es da gar nicht zu gehen.